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Die Siedlung Sillian entwickelte sich etwa um die Zeit der
Gründung des Benediktinerklosters Innichen. 769 übertrug der
Bayernherzog Tassilo III. an Abt Atto, den späteren Bischof von Freising,
einen Grundbesitz im Pustertal zur Gründung eines Benediktinerklosters,
um von dort aus die Slawen zu missionieren.
Die älteste urkundliche Erwähnung Sillians
findet sich um das Jahr 1000 und zwar als „Silan“. Es handelt
sich dabei um einen Vertrag, den Bischof Albuin von Brixen über einen
Ackerzins abschließt. Im Jahre 1313
scheint Sillian urkundlich als „Dorf‘ auf.
Gerichtswesen
Laut dem Urbar von 1433
war der älteste Sitz des Richters von Heinfels der Ort Sillian Die
Richter zu Sillian waren durchwegs Pfleger des Schlosses Heinfels. Die
Gerichtstage fanden regelmäßig „im
Dorff ze Sylian pey der Lynd“ (1318) auf dem Kirchplatz statt.
Nach dem Aussterben der Görzer Grafen (1500) fiel das Gericht Heinfels
an die Habsburger. Kaiser Maximilian verpfändete es an das Hochstift
Brixen. 1612 erhielt Engelbert von Wolkenstein-Trostburg das Pfandrecht
und von 1629 bis 1783 hatte es das Haller Damenstift inne. 1797 wurde
das Gericht von Heinfels in den Markt Sillian verlegt. Durch die ständig
wechselnden politischen Verhältnisse im 19. Jh. änderten sich
auch die Kompetenzen des Gerichtes Sillian. Nach der Grenzziehung 1919
wurde es aufgelassen, blieb aber bis 1967 eine Expositur des Bezirksgerichtes
Lienz.
Schon um 1400 war Sillian eine Warenniederlagestätte für durchziehende
Kaufleute. 1469 Verleihung des Marktrechts
durch Graf Leonhard von Görz: „imerstäten unwiderruflichen
und ewigen freyen jarmarkt zu halten“.
Mit dem Tod des letzten Görzer Grafen 1500 wurde der „Römische
Kunig“ Maximilian I. neuer Landesherr über die Görzischen
Gebiete. Er bestätigte 1508 die alten Freiheiten und Privilegien
für Sillian.
In der Steuerbeschreibung von 1697 und 1775 werden als Steuergemeinden
der Markt Sillian, der Berg ab Sillian, Arnbach und Oberarnbach genannt.
1939 wurden diese zur Marktgemeinde Sillian zusammengeschlossen. Von 1939
bis 1949 gehörte auch Panzendorf dazu.
Im Ersten Weltkrieg wurde Sillian von der
italienischen Kreuzbergstellung aus beschossen. Granaten zerstörten
ein Wohnhaus, zwei Personen fanden den Tod. Das Hotel Bad Weitlanbrunn
war ein Militärlazarett. Die Toten wurden auf dem in Arnbach errichteten
Kriegerfriedhof bestattet.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bahnhofsgebäude
beschädigt, das Jesacher Futterhaus in Arnbach zerstört und
der Weiler Asthof in Brand gesteckt. |
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"Die letzte
Bärenjagd in der Sillianer Gegend"
von Peter Leiter, 1962 |
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"Bomben
auf den Bahnhof"
von Peter Leiter, 1995 |
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"Zwangsarbeiter"
von Maria Duracher. 2001 |
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Alte
Ansicht von Sillian aus dem Jahre 1880. |
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Schulwesen
Für die Entwicklung des Schulwesens in Sillian spielten
die Bruderschaften eine bedeutende Rolle, besonders die Bruderschaft „von
der christlichen Lehre“, gegründet 1769. Ihre Kapläne
waren auch Lehrer. Ab 1572 gibt es Aufzeichnungen von Lehrern.
1598 Erbauung des 1. Schulhauses an der
Friedhofsmauer (Sandbichlerhaus)
1783 Kapuzinerhäuschen wurde Schulhaus
(heute Schranzhofer)
In den Kriegsjahren übersiedelte die Schule in das Benefiziaten-Frühmesshaus
(heute Raika-Gebäude).
1872 Gründung des Volksschulzweigvereines
1886 wurde in Sillian eine Filiale der Barmherzigen
Schwestern von Zams gegründet. Bis zu ihrer Auflösung 1990
unterrichteten die Schwestern an der Volksschule und betreuten den Kindergarten.
1999 übersiedelten Kindergarten und Kinderkrippe in den Neubau.
Von 1912 bis 1953 war die Volksschule mit
Unterbrechungen während der NS-Zeit im alten Gemeindehaus (Nr. 84) untergebracht.
1953 konnte sie den Neubau östlich der Pfarrkirche
beziehen. Gleichzeitig wurde Sillian Hauptschulstandort. Bis 1973 war die
Sprengelhauptschule auch im Volksschulgebäude untergebracht. 1973 übersiedelte
die Hauptschule in das neue Gebäude in der Aue, Volksschule und Polytechnische
Schule verblieben im alten Gebäude (renoviert 1989-1994). Die Sonderschule
ist seit 1986 im Hauptschulgebäude untergebracht. 1998 wurde Sillian
Standort der Landesmusikschule, die seit 2000 im Volksschulgebäude untergebracht
ist.
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Besonderheiten und Katastrophen
1440 verschüttete
eine Mure vom Sillianberg Häuser und Felder. Ein ähnlicher „Bergsturz“
erfolgte 1591.
1506 und 1636 forderte die Pest viele Opfer.
Durch Feuer wurden 1665/20 und 1798/15 Häuser zerstört. 1832
brannte Arnbach fast gänzlich ab.
1882 setzte
die Drau das ganze Tal um Sillian unter Wasser. 1882
und 1917 vermurte der Johannesbach große
Teile von Arnbach. Relativ geringe Schäden gab es beim Hochwasser
im September 1965. 1966
brach der Draudamm, über 100 Häuser standen im Wasser.
1973-1975 erfolgte eine großzügige Drauverbauung. |
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Bedeutende Persönlichkeiten
Ritter Blasius Hölzl
(etwa 1460-1526) Kaiserlicher Rat u. Sekretär bei Kaiser Maximilian
I. Er war Mitglied der „Sodalitas litterarum“ in Augsburg
und einer Wiener literarischen Gesellschaft und stand mit Gelehrten seiner
Zeit in Verbindung.
Adam Purwalder, geb. um 1588 in Sillian.
Bedeutendstes Literatur-Werk „Jedermann-Trilogie“.
Johann Vicelli (gest. 1720 in Aibling/Bayern)
war ein bedeutender Maler.
Ignaz Paprion (1752-1812) Pfarrer in Sillian,
bedeutender Heimat- und Geschichtsforscher.
Josef Achammer, geb. 1762. Färbermeister
in Sillian und Hauptmann der 2. Sillianer Schützenkompanie. Am 4.1.1810
wurde er als Rebellenführer von den Franzosen erschossen. Am Hause
Achammers (heute Gemeindehaus) wurde eine Gedenktafel für den Freiheitskämpfer
von 1809 angebracht.
Peter Volgger (1841-1896) Orgelbauer aus
Arnbach. |
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Josef
Schraffl (1855-1922) Wirt und Bäckermeister, Bürgermeister
von 1884-1913, Mitbegründer und erster Obmann des Tiroler Bauernbundes,
Landeshauptmann von Tirol von 1917-1922. |
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